Das Universitätsklinikum Uppsala nutzt GF-Systeme.
Sicherheit für eine sensible Einrichtung
Wie das Hycleen-Automatisierungssystem von GF am Universitätsklinikum Uppsala die Wasserhygiene digitalisiert und Risiken minimiert
Skandinavien, insbesondere Schweden, gilt in der medizinischen Fachwelt als Vorreiter in Sachen Hygiene- und Umweltstandards. Krankenhäuser investieren viel, um diese Anforderungen zu erfüllen und sich kontinuierlich zu verbessern. Das Universitätsklinikum Uppsala ist ein Paradebeispiel dafür: Mit seiner 300-jährigen Geschichte, rund 8.500 Mitarbeitern und etwa 800.000 Patienten pro Jahr zählt es zu den größten und renommiertesten Kliniken Nordeuropas. Die Patientenpopulation ist anspruchsvoll – viele benötigen intensive Pflege oder gehören zu Risikogruppen mit geschwächtem Immunsystem. Hier ist kompromisslose Wasserhygiene unerlässlich.
Automatisiertes System
Um diese hohen Standards zu erfüllen, setzt das Universitätsklinikum Uppsala seit 2022 auf das Hycleen Automation System von GF. Das System überwacht und steuert automatisch die Trinkwasserverteilung in der gesamten Einrichtung: Es misst kontinuierlich die Temperaturen, zeichnet alle Werte digital auf und führt bei Bedarf temperaturgesteuerte Spülungen durch. Dadurch wird das Risiko von Legionellen und anderen Krankheitserregern minimiert und die nahtlose Einhaltung der Hygienevorschriften gewährleistet. Neben den in Uppsala eingesetzten Spülventilen bietet das GF Hycleen Automation System auch eine umfassende Zirkulationsanwendung. Diese sorgt dafür, dass das Warmwasser in Bewegung bleibt und die erforderlichen Temperaturen im gesamten Rohrleitungsnetz aufrechterhalten werden, wodurch das Risiko von Stagnation und der Vermehrung von Legionellen weiter verringert wird.
Prävention ist Teamarbeit
Das Universitätsklinikum Uppsala verfügt über einen eigenen Ausschuss, der sich ausschließlich mit Wasserhygiene und Legionellenprävention befasst. Mikrobiologen und Ärzte vertreten die medizinische Perspektive, während Ingenieure und Techniker wie Jim Larsson und Jens Hillbom ihr technisches Fachwissen einbringen. Zweimal jährlich werden etwa 140 Wasserproben entnommen, die Ergebnisse im Ausschuss diskutiert und Maßnahmen festgelegt. Echtzeitdaten aus dem Hycleen-Automatisierungssystem helfen uns nun, das Legionellenrisiko zu minimieren.
Warum Hycleen Automation?
Die Verbindung zu GF wurde durch einen externen Berater hergestellt. Jim Larsson, Gebäudetechniker am Universitätsklinikum, erkannte sofort das Potenzial des GF Hycleen Automation Systems: „Wir wollten die vollständige Kontrolle über das kalte Trinkwasser – durch Spülung und Temperaturmanagement. Das System ist robust und lässt sich in unser Gebäudemanagementsystem integrieren. Das waren für uns die wichtigsten Kriterien.“ Die interne Überzeugungsarbeit war nicht einfach, da die Vorplanung für andere Lösungen bereits im Gange war. Larsson gelang es jedoch, die Projektverantwortlichen und Entscheidungsträger mit diesen Argumenten davon zu überzeugen, höhere Kosten für das Projekt in Kauf zu nehmen.
Verkabelt, sicher, nachrüstbar
Eine Besonderheit des GF Hycleen Automation Systems: Es kann auf Wunsch vollständig verkabelt betrieben werden. Für sensible Infrastrukturen wie Krankenhäuser oder militärische Einrichtungen ist dies ein entscheidender Vorteil. Die Integration in das Gebäudemanagementsystem über Modbus war technisch und organisatorisch anspruchsvoll, wurde aber erfolgreich umgesetzt. Die Nachrüstung verlief reibungslos. „Thomas Behlander, Vertriebsspezialist bei GF in Schweden, hat uns während des gesamten Prozesses unterstützt – vor, während und nach dem Projekt“, betont Larsson.
Alarm bei Abweichungen
Seit der Inbetriebnahme profitieren die Betreiber von einem neuen Niveau der Überwachung und Prävention. Das GF Hycleen Automation System besteht aus Sensoren, digitalen Umwälz- und Spülventilen und einer zentralen Steuereinheit. Die Sensoren messen kontinuierlich die Temperatur und den Durchfluss in den Warm- und Kaltwasserleitungen. Alle Daten werden an die zentrale Master-Einheit übertragen, die sie analysiert und mit voreingestellten Schwellenwerten vergleicht. Bei Bedarf aktiviert der Master automatisch die Umwälz- und Spülventile, um Warmwasser umzuwälzen oder Kaltwasserleitungen nach Bedarf zu spülen. Kann die erforderliche Temperatur aufgrund anderer defekter Komponenten, wie z. B. einer Umwälzpumpe oder eines Boilers, nicht erreicht werden, löst das GF Hycleen Automation System einen Alarm aus. „Ich muss nicht mehr täglich die Temperaturen überprüfen, sondern werde benachrichtigt, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Keine Nachrichten sind gute Nachrichten“, berichtet Techniker Jens Hillbom. So sorgt das System mit minimalem Aufwand für gleichbleibend hygienisches Wasser und trägt dazu bei, das Kontaminationsrisiko im gesamten Krankenhaus zu minimieren.
Uppsala als Vorbild
Das Beispiel Uppsala zeigt, wie moderne Automatisierungssysteme die Hygiene und Betriebssicherheit in sensiblen Einrichtungen auf ein neues Niveau heben können. Das GF Hycleen Automation System überzeugt durch seine robuste, kabelgebundene Technologie, die einfache Integration in Gebäudemanagementsysteme und den praktischen Support von GF. Für das Universitätsklinikum Uppsala ist es nun ein zentraler Bestandteil für die konsequente Einhaltung höchster Hygienestandards – und ein Vorbild für andere Einrichtungen mit ähnlichen Anforderungen.
Integration von Planung und Betrieb
Im Allgemeinen hat sich das GF Hycleen Automation System als praktikable Alternative zu anderen, wesentlich arbeitsintensiveren Maßnahmen etabliert – insbesondere, weil es leicht in bestehende Gebäude nachgerüstet werden kann. „Während einige Krankenhäuser, Wohnhäuser oder Hotels bei Legionellenbefall auf teure Filterlösungen oder unangenehme Chemikalien zurückgreifen, wirkt Hycleen präventiv und ermöglicht zudem eine lückenlose Dokumentation. Die Daten sind jederzeit zugänglich und vereinfachen im Notfall die Nachweise und die Fehlersuche“, sagt Florian Beutter, Leiter Ventile & Digitale Anwendungen bei GF. Der automatisierte, digital gesteuerte hydraulische Abgleich sorgt zudem dafür, dass Temperaturverluste minimiert werden und die Systeme effizient und ressourcenschonend arbeiten. Beutter beobachtet generell, dass Planung, Bau und Betrieb von Gebäudetechnik für viele Kunden immer stärker zusammenwachsen. Zunehmend wird bereits in der Planungsphase die Technologie ausgewählt, die später im Betrieb am effektivsten ist. „Auf lange Sicht ist dies auch die wirtschaftlichste und nachhaltigste Lösung“, erklärt er.